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Wie läuft ein Beratungstermin ab?

Worum es hier geht und warum ihr das lesen solltet:

Hier geht es um meine Arbeitsweise und Hintergrundinformationen, die ihr benötigt, um den für euch perfekten Ehering oder Verlobungsring auszuwählen
– eine Art Probegespräch.

Was erwartet euch, wenn ihr in die trauringmanufaktur kommt?
Was sollten ihr über Trauringe wissen?
Was gibt es zu beachten und warum sind manche Dinge so, wie sie sind?

Beruf und Berufung

Als Goldschmiedemeisterin, die technisch nicht ganz unbegabt ist, befasse ich mich natürlich mit der Neukundengewinnung
– was für ein Wort.

Ich gehe da ganz transparent mit um:
Ich muss Miete zahlen, die Hunde füttern und ab und an fahre ich gern in den Urlaub und das muss ja nun alles bezahlt werden. Darüber hinaus liebe ich meinen Beruf und sehe es als Berufung an, glückliche und zufriedene Kunden zu haben, die eine gute Beratung genau so schätzen wie ein offenes Wort und meine ehrliche Meinung.

Trotz meines jungen Alters habe ich schon eine Menge erlebt.
Gerade Kunden von Trauringen sind eine ganz besondere Spezies. Bei den einen hängt der Himmel sprichwörtlich voller Geigen, bei den anderen frage ich mich, ob Sie den Scheidungsanwalt direkt mitgebucht haben.
Ein wenig schwarzer Humor darf trotz des rosaroten Themas Hochzeit nicht fehlen.

Zeiten ändern sich

Ich treibe mich auf vielen Hochzeitsmessen herum und habe in den letzten Jahren und aus den Erzählungen der Großeltern und der älteren Kunden vieles über das Thema Hochzeit gelernt.

Früher gab es selbstgemachten Kuchen, ab zum Standesamt, fix unterschrieben und dann ratz fatz rein in die Kirche. Das Kleid hatte große aufgebauschte Ärmel und sah im Grunde eh aus wie jedes andere, genau wie die Eheringe.
In den 80ern gab es schmale goldene Ringe, in den 70ern breite goldene Ringe und weit davor „hatte man ja nix“ und hat die Ringe einfach aus Messing angefertigt.
In den 90ern gab es die erste Welle Individualisten, die einfach mal Lust drauf hatten, „anders zu sein“ – gegen den Strom zu schwimmen. Es gab Muster, Rillen, Ecken und Kanten. Mittlerweile hat sich der Gedanke durchgesetzt, dass Trauringe genau so einzigartig gestaltet werden können, wie das Brautpaar es ist.

Zeiten ändern sich.
Aber genug für's Erste...

Fangen wir an:

In der Regel frage ich das euch, gegen jede Regel des Verkaufens, welches Budget ihr für eure Eheringe habt. Man könnte schnell auf die Idee kommen, dass ich die Dollarzeichen in den Augen habe und natürlich daran interessiert bin, schnellen Reibach zu machen und das euch so richtig abzuzocken...

FALSCH!

Ich stelle diese Frage, um optimal auf eure Bedürfnisse und Ideen eingehen zu können und natürlich auch auf den passenden finanziellen Rahmen. Den sieht man einem Kunden nicht an.&
Fragen hilft.

Ihr wollen wissen, warum das Budget schon ganz am Anfang so wichtig ist?

Eine kleine Geschichte:
Warum der finanzielle Rahmen schon zu Beginn der Beratung so wichtig ist

Ein noch recht junges Brautpaar hatte einen Beratungstermin mit mir vereinbart. Ich war ein wenig aufgeregt. Ja, jedes Gespräch ist anders und fordert auch mich. Dieses Gespräch wollte ich in meinem damals neuen Ladenlokal führen. Alles war soweit vorbereitet und die Kunden konnten kommen.

Wir setzten uns und halten ein wenig Smalltalk. Dann frage ich meine Kunden, was Sie für Wünsche haben, halte meinen „Vortrag“ über die verschiedenen Materialien und wir landen bei einem Ringmodell aus meiner Ausstellung. Die Frau hatte sich schnell in genau diesen Ring verliebt und ich habe nicht dagegen gesprochen. Warum auch – verliebt ist verliebt ;-)

Da ich in einigen Verkaufscoachings gelernt hatte, den Kunden von dem zu begeistern, was ihm gefällt und zu ihm passt und um Himmels Willen nicht nach dem Budget zu fragen, habe ich das natürlich tunlichst vermieden. Dann haben wir gemessen, die Ringgröße bestimmt, uns auf Platin geeinigt und ich habe den Kostenvoranschlag gemacht. Zusammen 6.000€ .

– Jetzt konnte man eine Stecknadel fallen hören. –

Die Braut, verliebt wie sie war in Ring und Mann, konnte gar nichts mehr sagen und der Bräutigam rang nach Fassung und hatte sich etwas schneller im Griff. Er war es dann auch der die Stecknadelstille unterbrach und vorsichtig fragte, ob das auch günstiger geht. Damals war ich noch in meinem Rechtfertigen-Modus und erklärte:
Das sind Platinringe und in dem Damenring befinden sich 48 recht große Brillanten. Der Preis ist top, wir könnten entweder das Material in Palladium ändern oder die Steine reduzieren, aber unter 4500€ etwa werden wir es nicht schaffen bei einem Ring dieser Art.
(Kurz Bemerkt: Ein Ring mit so vielen Brillanten in dieser Preislage ist äußerst selten – nur falls jetzt schon jemand den Schweiß auf der Stirn hat...)

Fazit:

Die Braut war todunglücklich weil der Traumring nicht ins Budget von 2000€ passte, der Bräutigam war unzufrieden weil er der Braut den Wunsch nicht erfüllen wollte oder konnte und am Ende haben Sie sich freundlich von mir verabschiedet und waren nie mehr gesehen oder telefonisch erreichbar.
Der Schock saß tief, nehme ich an und sie haben vermutlich ein einfaches Model von der Stange genommen. 
Hmm – wie schade!

Um so etwas zu vermeiden und gar nicht erst Erwartungen entstehen zu lassen, die außerhalb jeder Realität liegen, frage ich zuerst nach dem Budget, um in etwa einordnen zu können, wo der preisliche Wohlfühlbereich des Brautpaares liegt. Während ich diese Frage stelle denke ich übrigens weder an den Hund noch an den nächsten Urlaub, Ich stelle mir die Frage:
Wie kann ich meine KUNDEN glücklich machen und das Beste für Sie finden?!

Nachdem wir die Budgetfrage geklärt haben gibt es verschiedene Wege, wie es weiter geht.
Der erste und ungünstigste:gar nicht.
Das passiert äußerst selten, denn ich bin der Meinung, es gibt immer eine Lösung und sei sie noch so unorthodox. Und dennoch passiert es manchmal, dass ich mit meinen Kunden nicht zusammenfinde. Vielleicht liegt es am Wetter, die Chemie stimmt einfach nicht oder etwas anderes stört irgendwie die Kommunikation.

In der Regel passt es aber gut und wir beginnen mit dem Beratungsgespräch.

Das passende Material für Eheringe / Trauringe / Verlobungsringe

An dieser Stelle halte ich meistens meinen Vortrag über die verschiedenen Materialien. Und ja, es ist meist ein monolog, denn ganz ehrlich – wer hat schon einen Plan von Gold, Platin oder Silber und weiß, wie sich das ganze zusammensetzt, warum es vorteilhaft sein kann, gerade nicht Weißgold zu wählen und stattdessen vielleicht zu Palladium oder Platin zu greifen...
Die meisten haben sich bis dato noch nicht mit solchen Themen beschäftigt, warum auch.
Oder hättet ihr es gewußt?

Ich halte es für unabdingbar, zu wissen, was hinterher in dem Trauring steckt und vor allem auch die typischen Eigenschaften, Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien zu kennen.

Hierzu habe ich eine Sammlung der gängigen Materialien und deren Eigenschaften zusammengestellt, auf die ich an dieser Stelle verweisen möchte:

Ein Trauring kann natürlich auch aus mehreren Materialien bestehen. Allerdings machen manche Kombinationen einfach keinen Sinn oder anders ausgedrückt, es empfiehlt sich, genau zu überlegen, wie das Ergebnis aussehen soll und vor allem auch die nächsten Jahrzehnte überstehen soll.

Da kommen wir direkt zu einer meiner Lieblingsfragen:

Bleibt der Ring so? (Oberflächen)

Was ist damit gemeint?
Meistens, ob die Oberfläche sich im Laufe der Jahre verändert.

Die Antwort ist kurz und knapp:
Ja – Alles verändert sich.

Matte Oberflächen werden zu glänzenden, glänzende werden matt und eine gesandstrahlte Oberfläche hält ungefähr für den Zeitraum der Trauzeremonie.

Jetzt die gute Nachricht:
Man kann nahezu jede Oberfläche mit recht geringem Aufwand nacharbeiten.

An dieser Stelle habe ich schon oft die Frage gestellt bekommen, ob das nicht Unglück bringt, die Trauringe noch einmal zu „verändern“.

Dazu ein Beispiel:

Wenn du ein Auto kaufst, dann fährst du ja auch ab und an in die Waschanlage, um es zu reinigen und wenn die lieben Kinder den Rücksitz völlig zerlegt haben, gibt's vielleicht sogar mal eine Aufbereitung. Und – bringt das Unglück?
Nein – ein sauberes Auto ;-)

Ich biete all meinen Trauringpaaren an das sie so oft sie wollen vobei kommen, und ich mache die Ringe wieder hübsch. Eine matte Oberfläche könnt ihr sogar selbst zu Hause wieder hinbekommen. Und das Beste: Dieser Service ist vollkommen kostenfrei.

Tipp vom Profi:

Einfach die raue Seite eines Spülschwamms (die billigen, dünnen empfehlen sich da) nehmen und in der gewünschten Strichrichtung ohne Wasser über den Ring schrubben. Danach sieht er wieder aus wie neu (tiefere Macken gehen so natürlich nicht weg). Und nein, nur wenn ihr etwa 1000 Jahre alt werdet merkt ihr, das der Ring dünner wird. Die Abnutzung durch das mattieren ist absolut zu vernachlässigen. Bei mir bekommt ihr kostenfreie Mattierschwämmchen.

VORSICHT: Bei Oberflächlich beschichteten Ringen und unechten Steinen ruiniert ihr so den Trauring.
Diese Methode darf nur bei unbeschichteten Eheringen und echten Steinen verwendet werden.
Im Zweifel kommt lieber bei mir vorbei.

Zurück zu unserem Beratungsgespräch.

Nachdem wir alle Materialien durchgesprochen haben und ich die verschiedenen Vor- und Nachteile erklärt habe, suchen wir gemeinsam das passende Material aus.

Diamanten, Brillanten... – kein Plan?

Also, vorweg – beides ist im Grunde das gleiche.

Diamant ist der Oberbegriff, Brillant nur eine ganz bestimmte Art des Schliffes. Das diese kleinen funkelnden Dinger unsere Augen so strahlen lassen und das obwohl es "nur" gepresster Kohlenstoff ist, ist schon faszinierend. Ob wir den Ehering mit Diamanten oder Brillanten gestalten, hängt natürlich von der jeweiligen Vorliebe ab, aber die meisten Frauen mögen es, wenn es glitzert. Ob Brillanten oder Diamanten in den Ring kommen oder nicht, würde ich davon Abhängig machen, wie die Ringe aussehen sollen. Eine extreme Oberflächenstruktur kann einen Stein überflüssig machen, es könnte aber auch das „Tüpfelchen auf dem i” sein.

Gestaltungsmöglichkeiten

Bingo – jetzt kann es weiter gehen.
Wir reden über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten.

Hammerschlag, Eismatt, mit Nut, angeschrägt, durchbrochen, mit feilstruktur, glatt, poliert, konisch, mit Muster, mit Stein, oder doch lieber ohne?

Es gibt unzählige Möglichkeiten.
Gern könnt ihr auch eigene Ideen mitbringen, die wir einfließen lassen.
Macht ihr zum Beispiel gern Urlaub am Meer?
Prima, dann machen wir doch eine Wellenstruktur in den Ring statt einer Geraden.

Wenn wir so weit sind und den perfekten Ring geplant haben, mache ich meistens ein paar Skizzen damit ihr euch das Ergebnis besser vorstellen könnt.

Unikate – Individuelle Ringe

Hinweis:
Leider ist es doch wichtig, das noch einmal zu erwähnen. Wenn ich ein Paar Eheringe anfertige, dann sind die immer – ausnahmslos – individuell für dieses eine Brautpaar.
Es gibt diese Ringe also noch nicht und es wird sie danach, auch von mir angefertigt, kein zweites Mal geben. Das bedeutet ihr könnt die fertigen Ringe nicht vorab sehen oder gar anprobieren.
Es gibt Kunden die sich nach einer Zeichnung und einem intensiven Gespräch nicht vorstellen können, wie der Ring im fertigen Zustand aussieht. Ein kleines bisschen Mut und Vorstellungsvermögen gehört also beim Gang zum Goldschmied durchaus dazu. Natürlich habe ich einige Modelle und Beispiele, aber eben noch nicht euren individuellen Ring.

Wie weiter oben schon erwähnt, gibt es viele Wege zum Traumring, und natürlich ist dieser Weg nur einer von vielen.
Wären wir bei der Budgetfrage anders abgebogen, wäre es vielleicht etwas ganz anderes geworden.

Ich nehme mir gern viel Zeit für euch und mache eine ordentliche Bedarfsanalyse. Ja – ich weiß – das klingt technisch und unromantisch, aber nichts anderes ist das hier: eine Analyse. Was gefällt euch, was nicht, was ist wichtig für den Alltag zu beachten u.s.w.
Wenn z.B. jemand Florist ist, kann er oder sie keinen Ring gebrauchen der Krappenfassungen hat, die sich schnell mit Dreck zusetzten. Das gleiche bei Menschen, die oft Handschuhe tragen. Oder jemand ist Maurer, der braucht einen Ring der möglichst haltbar ist und aus einem Werkstoff ist, der diesem Job gewachsen ist.

Fazit

Ein paar Eheringe ist nicht wie ein Kilo Bananen – austauschbar.

Nehmt euch Zeit, kommt zu einer unverbindlichen Beratung zu mir, lasst euch inspirieren von den vielfältigen Möglichkeiten und setzt mit mir eure Wünsche um.

Es muss nicht 08/15 von der Stange sein, seid ihr doch auch nicht?!

 

Wenn ihr bis hierhin gelesen habt dürft ihr auch an dem Geheimnis der Winkekatze teilhaben :-)

 

Maneki-neko ist japanisch und bedeutet Winkende Katze. Die Winkekatze ist ein beliebter japanischer Glücksbringer und die, die in meiner Werkstatt steht ist das Geschenk einer Freundin. Die Katzen werden traditionell in den Eingang eines Ladens gestellt und sollen mit ihrem unablässigen Winken Kunden anlocken außerdem sollen sie finanzielles wie geschäftliches Glück bringen. In privaten Häusern werden sie gerne aufgestellt, um Wohlstand zu bringen und Unglück fernzuhalten. 
Die heutige Winkekatze hat Ihren Ursprung von der Katzenrasse Japanese Bobtail. Nach der japanischen Tradition ist die Maneki-neko die Wiedergeburt der Göttin der Gnade, Kannon.
Unsere Winkekatze steht oben auf dem Balken und winkt jedem Besucher zu und den meisten zaubert Sie ein kleines Lächeln ins Gesicht :-)

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