Denn das Leben besteht nicht nur aus Geburtstagsgeschenken und gelöteten Kettchen. Es geht um Emotionen. Um Frauen, die ihren Mann beerdigt haben. Um einen alten Mann der mit einer Träne im Augenwinkel und zwei Eheringen vor mir steht. Um Paare, die heiraten wollen und manchmal auch müssen, um ihrer Familie zu entkommen. Um wahre Liebe, echte Leidenschaft und das pure Leben.
Und da wurde mir klar: Ich schmeiße hin.
Nicht alles. Aber das, was mich nicht mehr berührt. Ich wollte das machen, was wirklich zählt. Ich erinnerte mich daran, was ich als Kind eigentlich wollte: Zauberer sein. Menschen berühren. Sie begeistern. Ihnen etwas mitgeben, das bleibt.
Und irgendwann verstand ich: Ich kann Emotionen in Metall formen.
Also änderte ich mein Konzept. Ich nahm mir mehr Zeit für die Menschen. Für ihre Geschichten. Für das, was zwischen den Zeilen liegt.
Seitdem fertige ich vor allem Trauringe, Verlobungsringe und hin und wieder Trauerschmuck an. Schmuckstücke mit Tiefe. Mit Bedeutung. Mit einem emotionalen Wert, der weit über Material und Karat hinausgeht. Denn mal ehrlich: Was bleibt, wenn wir gegangen sind?
Erinnerungen. Geschichten. Und manchmal ein kleines Stück Metall, das eine ganze Liebesgeschichte erzählt.
Ein Ring, der bei jeder Reise dabei war. Bei jeder Träne. Bei jedem Ereignis. Mit Macken, die das Leben hineingezeichnet hat. Ein Stück Edelmetall, das vielleicht einen höheren Stellenwert hat als jedes andere Ding im Leben. Das war 2017.