Bei einer Goldschmiede denken die meisten zuerst an einen alten Mann mit Bart und Lederschürze. An Falten im Gesicht, die von jahrzehntelanger Schufterei und langen Nächten erzählen. An offenes Feuer, einen großen Amboss und schwere Hämmer.
Und wenn es um einen Schmied geht, der Schwerter schmiedet, Messer oder andere große Eisendinge, dann passt dieses Bild vermutlich sogar ziemlich gut. Zumindest nach allem, was ich bisher auf Mittelaltermärkten gesehen habe.
Bei uns Goldschmieden ist das etwas anders.
Bei uns ist alles kleiner. Vieles erinnert eher an eine Zahnarztpraxis. Mit dem Unterschied, dass es bei uns etwas staubiger ist und ein Perserteppich auf dem Boden liegt. Ihr müsst auch nicht den Mund öffnen und lange „Aaaaa“ sagen. Vielleicht höchstens ein erstauntes „Oh, wie schön“, wenn ich mit meiner Arbeit fertig bin.
Unsere Werkstatt liegt im Schloss, direkt neben dem Atelier. Wer neugierig ist, darf gern einen Blick hineinwerfen.
Aber bitte seid nicht enttäuscht: Ich bin kein alter Mann mit Falten und Lederschürze. Und offenes Feuer gibt es hier auch nicht. Dafür gibt es kleine Motoren, Walzen, meine allerliebste Ringweitenänderungsmaschine und einen schweineteuren Gravurlaser, mit dem ich die schönsten Gravuren in oder auf eure Ringe zaubern kann. Es gibt unzählige Bohrer, Fräser, Polierer, Feilen und Sägeblätter. Sägeblätter kauft man übrigens im „Gross". Am liebsten nutze ich „Occupator“ oder „Goldschnecke“. Und ja, die heißen wirklich so.
Zwischen all diesen Werkzeugen gibt es natürlich auch mich: Goldschmiedemeisterin, Geschichtenliebhaberin und Veranstalterin von kreativem Chaos.