Eheringe Gold | Eheringe Weißgold | Eheringe Platin | Materialien für Trauringe

Gold, Weißgold, Platin, Palladium ...

Materialien für Eheringe, Trauringe & Verlobungsringe


Dieser Artikel soll ein umfassender und ehrlicher Wegweiser sein bei der Wahl des passenden Materials für Eure Eheringe, Trauringe & Verlobungsringe.

Gold, Weißgold, Platin, Palladium
Was ist das „beste” Material für Eheringe?

Brillanten, Oberflächen, Legierungen, Allergien
Alles über Materialien, deren Eigenschaften und worauf es wirklich ankommt.
 

Inhaltsübersicht

Gefallen macht schön – oder?

„Schön” alleine genügt bei der Wahl des Materials für Eheringe aber nicht. Denn Eheringe sind speziell. Im Gegensatz zu Schmuckringen möchtet Ihr Eure Eheringe jeden Tag tragen. Für immer, hoffentlich Euer Leben lang. Deshalb solltet Ihr Euch für ein robustes Material entscheiden, welches

  • über Jahrzehnte der täglichen Belastung standhalten kann,
  • bei Bedarf eine Größenänderung Eurer Ringe erlaubt und
  • von Zeit zu Zeit überarbeitet und aufgefrischt werden kann.

Aber laßt Euch nicht nur von den technischen Eigenschaften leiten, denn

Eure Ringe sollen Euch gefallen!
Für immer.

Individuelle Eheringe

Ihr wünscht Euch individuelle, ausgefallene Eheringe, die spezielle für Euch angefertigt sind und nicht 08/15 „von der Stange”?

Sehr gut.
Aber das schränkt die Wahl der möglichen Eheringe-Materialien etwas ein. Denn nicht alle Materialien können mit den Mitteln eines Goldschmieds überhaupt bearbeitet werden.

Bestimmte Materialien können nur industriell in Form gebracht werden. Bei der Wahl eines solchen Materials, wie. z.B. Titan oder Edelstahl, ist es dann vorbei mit der Individualität.

Gefährliches Halbwissen über Trauringe

Wenn es um geeignete Materialien für Eheringe geht, ist viel Halbwissen im Umlauf. Sogar bekannte Websites und Juwelier-Ketten schrecken nicht davor zurück, zum Teil wirklich bemerkenswerte Geschichten zu verbreiten:

Mein Lieblingserlebnis dazu bleibt wohl das Brautpaar, dass erschrocken aufsprang, als ich ihnen Ringe aus Palladium gezeigt habe. Denn der Verkäufer einer großen Juwelier-Kette hatte ihnen zuvor erklärt, Palladium wäre radioaktiv.

Also bitte, liebe „Experten”!
Vielleicht habe ich deshalb eine solche Ausstrahlung?

Mit diesem Artikel möchte ich das Thema „Materialien für Eheringe, Trauringe & Verlobungsringe” einmal grundlegend aufräumen und erklären, worauf es wirklich ankommt.

Habe ich etwas vergessen oder seht Ihr ein Detail anders? Für Erweiterungsvorschläge und fachliche Diskussionen bin ich immer offen.


Geeignete Materialien für Trauringe & Verlobungsringe

Eheringe Gold

Eheringe Gold 585/- (585er Gelbgold / 14 Karat Gelbgold): Haben einen gelblichen, kühlen Farbton.

Eheringe Gold 750/- (750er Gelbgold / 18 Karat Gelbgold): Haben einen satten, intensiven, warmen Gelbton.

Gelbgold ist ein klassisches Material für Trauringe und auch die älteste bekannte Gold-Legierung. Gelbgold wird aus Feingold mit Silber und Kuper legiert. Da reines Gold („Feingold”) gelb ist, ist eine Gelbgoldlegierung diesem Farbton am nächsten. 

Für das normale tägliche Tragen sind die Legierungen Gelbgold 585/- und Gelbgold 750/- robust genug und darum beide gut geeignet. Die immerwährende Diskussion, ob eine 585er Legierung nun härter und damit haltbarer ist als die 750er Legierung, spielt in der Praxis keine Rolle. Ihr werdet den Unterschied nicht bemerken.

Eine Spezialität sind Ringe aus Feingold, also Gold 999/- (999er Gold, 24 Karat). Feingold ist noch satter und kräftiger. Jedoch ist es sehr weich, zu weich, um daraus haltbare Trauringe zu fertigen. Tut man das dennoch, dann möchte man mit voller Absicht, dass die Ringe im Laufe der Zeit Spuren und „Narben” davontragen.

Wenn Euch der klassische gelbe Farbton anspricht, dann ist Gelbgold genau Euer Material.

[ Beispiele für Eheringe Gold > ]

Eheringe Roségold

Eheringe Roségold 585/- (585er Roségold / 14 Karat Roségold): Ein Mix aus Gelb und Rot.

Eheringe Roségold 750/- (750er Roségold / 18 Karat Roségold) wirkt heller als das 585/- und sehr edel.

Bei Trauringen aus Roségold ist es wichtig, Euren Hautton zu beachten. Denn sehr rötliche Haut passt nicht gut zu diesen Legierungen. Eheringe und Verlobungsringe aus Roségold wirken sowohl in klassischen wie auch in modernen Designs ganz bezaubernd und edel.

Rotgold und Roségold sind Dreistofflegierungen aus Feingold, Silber und Kupfer.
Je mehr Kupfer enthalten ist, desto röter werden die Eheringe. Der Farbton wird dann immer kupferähnlicher. Legierungen mit hohem Kuperanteil werden Rotgold genannt.

Vielfach kommt es zu Missverständnissen bei der Unterscheidung zwischen Roségold und Rotgold:
Während Roségold farblich noch eng beim Gelbgold liegt, hat erst Rotgold eine gut erkennbare rötliche Färbung. 

Für das „normale” tägliche Tragen der Trauringe sind Roségold 585/- und Roségold 750/- robust genug und gut geeignet.

[ Beispiele für Eheringe Roségold > ]

Eheringe Rotgold

Eheringe Rotgold 585/- (585er Rotgold / 14 Karat Rotgold): Haben einen farbintensiven, satten Rotton.

Eheringe Rotgold 750/- (750er Rotgold / 18 Karat Rotgold): Sind heller als 585/- Rotgold und weniger farbintensiv.

Eheringe und Verlobungsringe aus Rotgold haben eine „besondere” und edle Anmutung. Aber sie passen nicht zu jedem Hauttyp. Mit einem rötlichen Hautton wählt Ihr besser ein anderes Material als Rotgold.

Rotgold und Roségold sind Dreistofflegierungen aus Feingold, Silber und Kupfer.
Je mehr Kupfer darin enthalten ist, desto röter werden die Eheringe. Ein kräftigerer rötlicher Farbton ist regional besonders in Süd- und Osteuropa beliebt.

Die Farbe von Rotgold 585/- wird im Modeschmuck-Bereich oftmals als „Roségold” bezeichnet, was häufig zu Verwechslungen führt:
Denn Roségold liegt farblich noch eng beim Gelbgold. Rotgold hingegen hat eine deutliche rötliche Färbung. 

Für das tägliche Tragen bei „normaler” Belastung sind beide Rotgold-Legierungen widerstandsfähig genug und darum gut geeignet für Trauringe.

[ Beispiele für Eheringe Rotgold > ]

Eheringe Weißgold

Eheringe Weißgold 585/- (585er Weißgold / 14 Karat Weißgold): Das dunkelste der weißen Materialien, hat einen deutlichen Gelbstich.

Eheringe Weißgold 750/- (750er Weißgold / 18 Karat Weißgold): Etwas heller als Weißgold 585/-,hat auch einen sichtbaren Gelbstich.

Weißgold ist die beliebteste Goldlegierung neben dem Klassiker Gelbgold.

Viele Brautpaare schätzen Trauringe aus Weißgold, welches durch seinen warmen Ivory Farbton besticht. Insbesondere Eheringe im Vintage Stil kommen in Weißgold bestens zur Geltung, weil es eben nicht ganz weiß ist.

Aber Vorsicht:
Wenn ihr einen wirklich weißen Farbton bevorzugt, ohne leichten Gelbstich, dann dürften die folgenden Absätze für Euch besonders interessant und lesenswert sein.

Meint ihr wirklich Weißgold? – Die Alternativen

Häufig erklären mir Kunden direkt zu Beginn eines Gesprächs:
„Wir möchten Weißgold Trauringe.”
 

„Trauringe aus Weißgold” – wirklich?

Meistens wird schnell klar, dass die Kunden vor allem kein Gelbgold möchten. Sie wollen ein weißes Metall und Weißgold ist eben das einzige weiße Metall, das sie kennen.
Weißgold kann durchaus die richtige Wahl sein. Vor einer Entscheidung macht es aber Sinn, es unbedingt noch mit den anderen weißen Metallen zu vergleichen, besonders mit Platin und Palladium.

Trauringe aus Weißgold – woher kommt die Farbe?

Weißgold wird heute meistens mit Palladium legiert. Damit will man den hellen „weißen” Farbton erzielen. Früher hat man dazu auch Nickel verwendet. Da der Nickel-Anteil häufig allergische Reaktionen der Haut hervorruft, verzichtet die trauringmanufaktur auf Nickel-Weißgold.

Weißgold Trauringe wurde in den Jahren 1912/13 als preiswerte Alternative zum strahlend weißen Platin entwickelt. Der damals werbewirksam eingeführte Name „Weißgold” ist irreführend. Denn Weißgold ist bei weitem nicht wirklich weiß, sondern eher gräulich bis cremefarben oder ivoryfarben. Die französiche Bezeichnung „or gris” („Graugold”) entspricht schon eher der Wirklichkeit. Aus dem sattgelben Ausgangsmaterial Feingold läßt sich eben kein rein weißes Metall legieren.

Ein Beispiel:
Wir nehmen ein Gefäß mit 1 Liter Fassungsvolumen und füllen 585 ml gelbe Farbe (Gelbgold) hinein. Dazu gießen wir 415 ml weiße Farbe (Palladium). Anschließend rühren wir gut um. Fertig.

Das Ergebnis in dem Gefäß wird nicht einmal mit viel Phantasie als „weiß” zu bezeichnen sein.

Genauso verhält es sich auch mit Weißgold:
Bei einer 585 Weißgoldlegierung sind 585 Anteile Feingold (sattgelb) und 415 Anteile Palladium (grau/weiß) enthalten. Das ist die Erklärung, warum Weißgold eher „Ivory-Gold” heißen müsste. Denn der Farbton eben nicht rein weiß, sondern immer leicht gelb abgetönt.

Weißgold rhodinieren

Wer den Ivory-Farbton von Weißgold nicht mag, kann seine Eheringe rhodinieren lassen.

Rhodinieren ist ein galvanischer Vorgang, der die Ringe in einem schönen Weiß erstrahlen lässt. Ungünstigerweise wird dabei nur ein hauchdünner Überzug aus Rhodium aufgebracht. Das ist vergleichbar mit einer oberflächlichen hauchdünnen Lackierung.

Abbildung: Links Weißgold unbehandelt, die gelbliche Tönung ist gut erkennbar; rechts Weißgold rhodiniert, die Oberfläche ist zunächst strahlend weiß.

 

Wenn Ihr einen rhodinierten Trauring jeden Tag tragt, dann reibt sich dieser Überzug mit der Zeit mechanisch ab. Das Weißgold darunter mit seinem graugelben Farbton kommt dann langsam wieder zum Vorschein. Ihr dürft dann alle ein bis zwei Jahre Eure Trauringe zum Juwelier oder zum Goldschmied bringen. Der Juwelier wird sie dann zum erneuten Rhodinieren einschicken. Das dauert immer ein paar Wochen und ist meistens kostenpflichtig...

Rhodiniertes Weißgold ist vor allem attraktiv für den Juwelier, der einen schnellen Verkaufsabschluss wünscht, ohne seinen Kunden auf diese Farb-Besonderheiten hinzuweisen.
Der Kunde kommt herein – er wünscht Weißgold  – er bekommt Weißgolg – fertig.
„Der Nächste bitte...”

Davon halten ich als Goldschmiedemeisterin nichts!
Vom mir werdet Ihr kompetent und umfassend beraten. Gerne dürft ich auch Fragen stellen. Denn mir ist wichtig, dass Ihr am Ende eine bewußte und fundierte Kaufentscheidung für Eure Eheringe treffen könnt.

Ich verarbeite in der trauringmanufaktur ausschließlich Weißgold, welches anschließend nicht rhodiniert wird.
Entweder Ihr entscheidet Euch ganz bewußt für den Ivory-Farbton von Weißgold, der z.B. bei Vintage Ringen sehr schön wirkt, oder Ihr wählt ein wirklich weißes Material wie Platin oder Palladium für Eure Trauringe oder Verlobungsringe aus.
In beiden Fällen bleibt dann die Farbe, so wie sie ist. Sie wird sich im Laufe der Jahre nicht verändern und nicht abreiben.

    Kosten & Fazit

    Weißgold Trauringe wurden als preiswerte (billige) Alternative zu den damals weitaus teureren Platin Trauringen entwickelt. Zurzeit liegen ist Weißgold-Eheringe und Platin-Eherige in einem ähnlichen Preisbereich.

    Das liegt überraschenderweise nicht etwa an den gestiegenen Goldpreisen, sondern an dem noch rasanter gestiegenen Preis von Palladium, mit dem Weißgold legiert wird. Dazu kommt der seit 2008 langfristig tendenziell sinkende Platin-Preis.
     

    Wenn Ihr gerne Ringe aus einem weißen Material haben wollt, dann schaut Euch unbedingt Platin an, denn Platin ist:

    • deutlich weißer und strahlend heller als Weißgold
    • härter / robuster als Weißgold
    • Preislich vergleichbar mit Weißgold (vorübergehende Ausnahme)

    [ Beispiele für Eheringe Weißgold > ]

    Eheringe Palladium

    Palladium ist ein gräulich weißes Metall.

    Palladium wurde erst 1803 entdeckt, gut 5000 Jahre nach der Entdeckung von Platin. Daher ist Palladium noch ein recht junges Schmuckmetall.

    Die hervorragenden Eigenschaften von Palladium Trauringen ähneln denen von Platin.
    Es ist sehr widerstandsfähig und robust und ändert im Laufe der Zeit seine Farbe nicht.
    Daher eignet Palladium sich besonders gut als Werkstoff für Eheringe.

    Die Unterschiede zu Platin sind vor allem Farbe und Gewicht. Platin ist hellweiß, wohingegen Palladium eher leicht gräulich ist. Palladium hat ein spezifisches Gewicht von 11,99 und Platin von 21,45. Ein Ehering aus Palladium ist mit gleicher Größe und gleichen Abmessungen also nur knapp halb so schwer, wie der gleiche Ring aus Platin. 

    Palladium wird, wie alle anderen Metalle, für die Schmuckherstellung nicht in Reinform verwendet, sondern als Legierung.
     

    Palladium Legierungen

    Die klassichen Palladiumlegierungen sind

    • Palladium 950/-
    • Palladium 500/-

    Die trauringmanufaktur verwendet ausschließlich Palladium mit einem Feingehalt von 950/-; mit einer Ausnahme:
    Mokume Gane Ringe: Dabei kommt auch 500/- Palladium aufgrund seiner dunkelgrauen Farbe zum Einsatz.

    Das höher legierte Palladium hat einen weiß-gräulichen Farbton und ist im Vergleich zu dem hellweißen Platin geringfügig dunkler.
     

    Vorteile von Palladium Eheringen gegenüber Weißgold

    • Trauringe aus Palladium sind von Natur aus hellgrau. Sie haben keinen gelben Farbstich, im Gegensatz zu Weißgold.
    • Palladium Trauringe sind härter und beständiger gegen Abrieb
       

    Kosten

    Lange Zeit galt Palladium als der deutlich preiswertere „kleine Bruder” von Platin. Allein aus dem nur ca. halben Gewicht von Platin ergaben sich die halben Materialkosten, sogar bei gleichem Gramm-Preis. Das ist aber Geschichte. Seit 2016 hat sich der Palladium-Preis etwa vervierfacht. Zeitweise hat sich der Preis verfünffacht und ein Ende des Preisanstiegs ist noch nicht in Sicht (Stand: Anfang 2021).

    Zum aktuellen Preis macht Palladium als Schmuck-Material keinen Spaß und keinen Sinn mehr, schon gar nicht, um Kosten zu sparen.
    Wenden wir uns deshalb lieber dem „großen Bruder” des Palladiums, dem Platin zu.

    [ Beispiele für Eheringe Palladium > ]

    Eheringe Rosé-Palladium & Gelb-Palladium

    750/- Rosé-Palladium

    750/- Gelb-Palladium

    750/- Rosé-Palladium und Gelb-Palladium sind moderne, innovative Legierungen.

    Gerade Rosépalladium erfreut sich bei meinen Brautpaaren wachsender Beliebtheit. Denn es ist ein weißes Material mit einer leichten Rosé-Farbnuance. Damit unterscheidet es sich grundlegend vom Roségold mit seiner warmen, gelben Farbbasis.

    Gelbpalladium versteht sich als weißes Material mit einer leichten Gelb-Nuance.

    Die Bezeichnungen könnten zu Missverständnissen führen, denn beide Legierungen basieren eben nicht auf Palladium, wie die Namen suggerieren könnten. Vielmehr handelt es sich um eine Goldlegierung mit einem Palladium-Anteil. Das führt dazu, dass diese Legierungen deutlich weißer sind als ihre Schwester Gelbgold und Roségold. Damit sind die technischen Eigenschaften von Rosé-Palladium und Gelb-Palladium ähnlich denen von 750/- Weißgold. Beide sind gut geeignet für die Anfertigung von haltbaren und individuellen Trauringen.

    [ Beispiele für Eheringe Rosépalladium > ]

    Eheringe Platin

    Platin ist eines der bekanntesten Materialien für Trauringe, Eheringe oder Verlobungsringe.

    Seine herausragenden Eigenschaften sind dagegen nicht so bekannt.

    • Platin ist schwerer als Gold.
    • Platin ist seltener als Gold.
    • Platin ist robuster als Gold.
    • Platin hat einen hellen, weißen Farbton, der sich mit der Zeit nicht verändert.
    • Platin Eheringe behalten besonders lange ihre Oberflächengestaltung.
    • Trauringe aus Platin oxidieren nicht.
    • Platin Trauringe werden niemals eine Reaktion mit Kosmetikprodukten oder anderen Substanzen zeigen
    • Platin Eheringe tragen sich nicht ab. Das ist ein großer Vorteil beim Fassen der Diamanten in euren Trauringen. Denn das Fassungsmaterial hält die Steine besonders fest eingeschlossen. So können diese nicht verloren gehen.
       

    Platin hatte nicht immer einen guten Ruf

    Der Name Platin leitet sich vom spanischen Wort „platina”, der Verkleinerungsform von plata „Silber“, ab.
    Laut Überlieferunng wurde Platin erstmals vor rund 5.000 Jahren im alten Ägypten zur Schmuckherstellung in kleinen Mengen verwendet.

    In den spanischen Kolonien wurde Platin im 17. Jahrhundert zum lästigen Begleitmaterial beim Goldsuchen. Man hielt es für unreifes Gold und warf es in die Flüsse zurück. Wegen seines ähnlichen spezifischen Gewichts wie Gold, wurde Platin zum Fälschen von Gold verwendet. Spanien verbot den Export von Platin und wollte sogar das bis dahin gefundene Platin im Meer versenken, um Schmuggel und Gold-Fälschung zu unterbinden.
     

    Platin-Legierungen

    Platin ist in seiner reinen Form (1000/-) ein weiches Metall. Erst durch die Legierung mit Zusätzen bekommt es die Härte und die Eigenschaften, die der Goldschmied benötigt, um daraus Trauringe, Verlobungsringe und anderen Schmuck zu fertigen. Typische Zusätze sind Palladium, Kobalt, Iridium, Wolfram und früher auch Kupfer. Hochwertige Platinlegierungen sind Platin 950/- und Platin 960/-.

    Die trauringmanufaktur verwendet für Ringe i.d.R. 950/- Platin/Wolfram.
    Es ist eines der robustesten Material, das der Goldschmied verarbeiten kann. Weiterhin reagiert es niemals mit Kosmetika oder anderen Substanzen und ist vollständig hypoallergen. Weder Platin, noch Wolfram können Allergien auslösen.
     

    Kosten

    Lange Zeit galt Platin als das edelste und vornehmste Edelmetall, um Schmuck und besonders Eheringe daraus zu fertigen. Es war allerdings auch mit Abstand am teuersten.

    Seit 2018 führt die Entwicklung der Edelmetallpreise zu einer überraschenden und untypischen Umkehr der Situation:
    Aktuell (Stand 2021) kann es vorkommen, dass Eheringe aus Platin weniger kosten als die gleichen Ringe aus Weissgold oder Palladium! Das liegt zum einen am steigenden Goldpreis und zum anderen am geradezu explodierenden Palladiumpreis. Dazu kommt der akteull schwache Platinpreis 
    Es würde mich sehr wundern, wenn die Verhältnisse sich nicht mittelfristig normalisieren würden.

    [ Beispiele für Eheringe Platin > ]

    Eheringe Tantal

    Tantal ist das seltenste stabile Element im gesamten Sonnensystem.
    Das ist gut zu wissen für Wer-wird-Millionär-Kandidaten. Hier hilft es aber nicht weiter...

    • Tantal ist ein graphitgraues, glänzendes Metall.
    • Tantal ist allergiefrei (man fertigt daraus auch Implantate).
    • Der Goldschmied kann Tantal in bestimmten Grenzen individuell bearbeiten.
    • Um sinnvoll Eheringe daraus herzustellen ist Tantal robust genug.

    In Tantal können Steine gefasst werden.
    Ringweitenänderungen sind bei Bedarf möglich.

    Wenn Ihr gerne individuell angefertigte Trauringe aus einem dunklen Material haben möchtet, könnte Tantal die passende Wahl für Euch sein.
    Denn im Gegensatz zu anderen eher dunklen Materialien (Titan und Carbon) kann Tantal mit den Mitteln eines Goldschmieds weitgehend individuell bearbeitet werden.
    Nach Details zu den Möglichkeiten und Einschränkungen fragt mich gerne im konkreten Einzelfall.

    [ Beispiele für Eheringe Tantal > ]


     

     

     

     

    Nur eingeschränkt zu empfehlen


    Materialien, die ich für die Herstellung von Trauringen nur eingeschränkt oder nicht empfehle.
    Natürlich mit Begründung:

    Silber

    Silber ist ein gängiges Schmuckmetall. Es ist gut zu verwenden für modische Ringe, die zu einem bestimmten Outfit getragen werden.

    Eheringe aus Silber sind mit Vorsicht zu betrachten:
    Ein Schmuckring, der nur alle paar Tage getragen wird, ist keinen hohen Belastungen ausgesetzt. Ein Ehering muss viel mehr aushalten, denn den tragt Ihr jeden Tag, bestenfalls für immer. Da Silber ein sehr weiches Material ist, bekommen die Trauringe schnell Gebrauchsspuren. Das sieht unschön aus und macht den Ring schnell unansehnlich.

    Der günstige Preis von Silber kann verlockend sein. Allerdings rate ich klar davon ab, Silber Trauringe zu kaufen, da ein Silberring der täglichen Beanspruchung nicht gewachsen ist.

     

    Das Missverständnis: Meint ihr wirklich „Silber”?

    Häufig kommen Brautpaare zu mir und erzählen:
    „Wir möchten Silber Trauringe”.


    Ich frage dann „Meint Ihr wirklich Trauringe aus Silber?”


    „Hmm – silber aussehen sollen sie, also nicht Gold...” ist die häufigste Antwort.
    Tatsächlich möchten diese Kunden also keine Silber Eheringe, sondern Eheringe aus einem weißen Metall wie Weißgold, Platin oder Palladium.

    Edelstahl

    Eheringe aus Edelstahl haben auf den ersten Blick eine Reihe von Vorteilen, z.B.:

    • eine strahlend weiße Oberfläche
    • sehr strapazierfähig / haltbar
    • in vielen Designs erhältlich
    • verschiedene Oberflächen und Steinbesatz möglich
    • wirklich geringe Kosten

    Das klingt verlockend – oder?

    Es gibt zwei entscheidende Nachteile, die Ihr kennen solltet:

    • Eine spätere Ringweitenänderung ist unmöglich. Ihr müsstet bei Bedarf dann neue Ringe kaufen.
    • Der Goldschmied kann Edelstahl nicht bearbeiten. Das geht nur mit industriellen Maschinen. Mit dieser Materialwahl hat sich das Thema „Individualität” erledigt.

    Fazit

    Eheringe aus Edelstahl können die passende Wahl für Euch sein, falls Euer Budget für hochwertige, individuelle Ringe nicht ausreicht.
    Bevor Ihr in dem Fall evtl. Euer knappes Budget z.B. für billige und dünne 333/- Gold-Ringe „von der Stange” ausgebt, an denen Ihr langfristig keine Freude haben werdet, rate ich Euch zu Edelstahl. Denn das ist deutlich robuster und schont Euren Geldbeutel noch mehr.

    Titan

    Eheringe aus Titan sind:

    • deutlich dunkler als Edelstahl,
    • sehr widerstandsfähig,
    • bemerkenswert leicht,
    • in vielen verschiedenen Designs erhältlich,
    • gut passend für den kleinen Geldbeutel.

    Wie auch Edelstahl hat Titan zwei entscheidende Nachteile, die Ihr kennen solltet:

    • Eine spätere Ringweitenänderung ist nicht möglich. Keine Chance.
    • Der Goldschmied kann Titan nicht bearbeiten. Das geht nur mit speziellen Maschinen. Mit der Entscheidung für Titan entscheidet Ihr Euch gegen eine individuelle Anfertigung.

    Die Farbe

    Manche Brautpaare fühlen sich von dem dunkleren Farbton von Titan angesprochen.
    Mein Tipp: Schaut Euch doch mal Tantal an. Tantal ist noch etwas dunkler als Titan und kann mit den Mitteln des Goldschmieds bearbeitet werden. Auch Ringweitenänderungen sind bei Bedarf möglich.

    Carbon

    Carbon ist ein Faserwerkstoff, bestehend aus Kohlefasern, die mit einem Harz verbunden sind.
    Carbonringe werden mit speziellen Maschinen industriell gefertigt.

    Eheringe aus Carbon sind:

    • schwarz,
    • widerstandsfähig,
    • sehr leicht,
    • in vielfältigen Designs erhältlich,
    • preiswert.

    Carbonringe haben zwei entscheidende Nachteile, die Ihr kennen solltet:

    • Eine spätere Ringweitenänderung ist fast ausgeschlossen.
    • Der Goldschmied kann Carbon nur bedingt bearbeiten. Hauptteil der Carbon Eheringe ist industriell gefertigt und nicht individuell.

    Die Farbe

    Manche Brautpaare interessieren sich aufgrund des dunklen Farbtons für Eheringe aus Carbon.
    In dem Fall könnte Tantal Euer Material werden. Tantal ist zwar nicht ganz schwarz aber dunkel graphitgrau. Dafür kann es von erfahrenen Goldschmieden bearbeitet werden. Auch Ringweitenänderungen sind möglich.

    Wolfram

    Auf der Suche nach ausgefallenen Materialien für Eheringe werdet Ihr bei einigen Juwelieren „Eheringe aus Wolfram” finden.

    Die Bezeichnung „Eheringe aus Wolfram” ist nicht ganz richtig. Denn diese Ringe sind gar nicht aus dem Metall Wolfram, sondern aus Wolframcarbid. Das ist eine Keramik, deren Kristallgitter neben Wolfram auch Kohlenstoff enthält. Genau genommen ist auch noch etwas Kobalt beteiligt. Die korrekte Bezeichnung ist Wolframcarbid-Kobalt-Hartmetall (WC-Co). Das klingt aber nicht sehr ansprechend. Darum spricht man umganssprachlich fälschlich von Wolfram Trauringen.


    Sogenannte Wolfram-Eheringe sind:

    • dunkel metallisch glänzend
    • extrem hart und damit ausgesprochen kratzfest
    • spröde und damit brüchig


    Aus diesen Eigenschaften ergeben sich auch die Nachteile des Materials für die Verwendung für Trauringe:

    • Wolframcarbid kann nur mit Spezialmaschinen bearbeitet werden. Damit reden wir über industriell gefertigte Juweliers-Ware „von der Stange”. Ein Goldschmied kann das Material nicht individuell barbeiten.
    • Natürlich gestattet Wolframcarbid als keramischer Werkstoff keine Ringweitenänderung.
    • Ihr werdet es nicht schaffen, die Oberfläche eines Wolfram-Carbid-Ringes durch Zerkratzen zu beschädigen. Wenn ihr ihn aber auf einen harten Boden herunterfallen lasst, kann er einfach zerbrechen wie Porzellan.
    • Manchmal kommt es vor, dass ein Finger schnell anschwillt, z.B. nach einem kleinen Unfall oder einem Insektenstich. Ein Ring auf diesem Finger kann dann vielleicht nicht mehr abgezogen werden. Um schwerste bleibende Schäden zu vermeiden, muss der Ring dann notfallmäßig aufgeschnitten / aufgesägt werden. Aufgrund der extremen Härte ist das Aufsägen bei Wolframcarbid nicht möglich und eine Spezialzange zum Aufbrechen ist nomalerweise nicht zeitnah verfügbar. Das kommt selten vor, kann aber richtig unschön werden. 

    Alternative
    Habt Ihr Euch schon einemal mit Tantal berschäftigt?
    Tantal hat auch einen dunklen metallischen Farbton, aber ohne die Nachteile von Wolfram. Tantal kann vom Goldschmied bearbeitet werden, Ringweitenänderungen sind bei Bedarf auch möglich.

    Mehrfarbige Ringe (Bicolor, Tricolor)

    Gegen mehrfarbige Ringe, z.B. Bicolor-Ringe und Tricolor-Ringe ist grundsätzlich nichts einzuwenden.

    Hier ein paar Gedanken, warum ich dennoch in den meisten Fällen kein Freund davon bin.

    Oft nur ein Kompromiss:
    Bicolor Ringe mit verschiedenen Materialien innen / aussen

    Häufig begegnen mir Paare, die verschiedene Materialen bevorzugen. Meist wünscht er sich ein weißes Material, z.B. Platin und sie möchte etwas farbiges, z.B. Roségold. Daraus entwickeln die Paare dann die Idee: Sein Ring außen in Platin und innen in Roségold, ihr Ring genau umgekehrt, aussen Roségold und innen Platin.

    Nette Idee. Die Ringe sehen auch schön aus, wenn man sie in die Hand nimmt.
    Aber beim Tragen sieht man die innere Farbe meist gar nicht oder fast nicht.
    Dafür sind solche Bicolor-Ringe in der Anfertigung deutlich aufwändiger und damit teurer. Dazu kommen noch technische Nachteile, die ich weiter unten genauer beschreibe.

    Mein Vorschlag:
    Ihr seid auch nicht gleich – warum müssen Eure Ringe genau gleich sein?
    Warum kann nicht jeder „sein” Material wählen und so seine Individualität ausdrücken?
    Durch die gleiche Formensprache, die Öberfläche, usw., könnt Ihr leicht die Zusammengehörigkeit der beiden Eheringe zeigen.
     

    Mehrere Materialien nebeneinander:
    Bicolor und Tricolor Ringe

    Der andere Typ von mehrfarbigen Ringe sieht so aus, als würde man zwei oder drei Ringe aus verschiedenen Materialen zusammen am gleichen Finger tragen. Nur als ein Ring, fest miteinander verbunden.

    Genau so werden Bicolor- und Tricolor-Ringe auch angefertigt:
    Man stellt die einuzelnen Ringe her und verbindet diese dann miteinander.

    Das hat erst einmal keinerlei Nachteile.
    Aber irgendwann verändert sich der Ringfinger und die Ringgröße muss angepasst werden, vielleicht schon in 2 Jahren, vielleicht erst in 10 Jahren. Das ist grundsätzlich auch bei mehrfarbigen Ringen möglich, kann aber zu Spannungsrissen zwischen den Materialien führen, weil verschiedene Materialien unterschiedlich auf Hitze oder mechanische Verformung reagieren.

    Mein Vorschlag:
    Warum die einzelnen Ringe aus unterschiedlichen Materialien zu einem mehrfarbigen Ring verbinden?
    Tragt doch die beiden oder drei einzelnen Ringe einfach gemeinsam an einem Finger. Das aussehen ist vergleichbar mit einem mehrfarbigen Ring. Das hat nicht nur technische Vorteile, sondern gibt Euch auch Spielraum für Variationen: So könnt Ihr z.B. alle drei Ringe tragen, in verschiedener Reihenfolge, oder mal nur zwei davon, wie auch immer.

    Niedrig legierte Materialien

    Eine Legierung ist ein Werkstoff, der aus einem oder mehreren Metallen und ggf. weiteren Stoffen besteht.

    Schauen wir uns beispielsweise 333/- Gold an:
    Es besteht zu 333 von 1.000 Gewichts-Teilen aus Feingold. Der Rest, also 667 Teile, sind andere Substanzen, z.B. Palladium, Silber, Kupfer und andere.
    Die Zahl in der Bezeichnug gibt immer an, wie viele Gewichts-Anteile des Hauptmaterials in 1.000 Teilen enthalten sind. Die 1.000 Teilen werden dann immer mit anderen Substanzen aufgefüllt.

    Nur 333 von 1.000 Teilen:
    Kann man das überhaupt „Gold” nennen?

    Gegenfrage:
    Du mischt 333 ml Milch mit 667 ml Wasser. Kämst du auf die Idee, diese Mischung als „Milch” zu verkaufen?
    Nun – sicher nicht.

    Aber 333 Teile Gold mit 667 Teilen Zusätzen sollen „Gold” sein?
    Interessant...

    In der Schweiz wird sog. 333/- Gold als „goldhaltiges Material” bezeichnet. Schmuck daraus nennet man dort keinesfalls „Goldschmuck”, sondern „Imitat”.
    Eine EU-Verordnung sieht diese Bezeichnungen für ganz Europa vor. Soweit wir wissen, wird diese in Deutschland jedoch noch nicht umgesetzt.
     

    Es kommt noch „schlimmer”...

    333 von 1.000 gibt den Gewichtsanteil von Gold in der Legierung an, also 33,3%.
    Zählt man hingegen den Anteil der Gold-Teilen (Gold-Atome) in der Legierung, kommt man nur noch auf 18%.
    Das bedeutet 82% der Teilchen in der Legierung sind kein Gold.

    Nicht die Eigenschaften von Gold

    333/- Gold hat enthält zwar etwas Gold, hat aber nicht die Eigenschaften von Gold:

    • Es verschleißt und korrodiert leicht.
    • Es kann durch Umwelteinflüsse dunkel anlaufen und brüchig werden.
    • Es kann Allergien verursachen

    Zweck der niedrigen Legierungen

    Die niedrigen Legierungen wie

    • 333/- Gold
    • 600/- Platin
    • 500/- Palladium
    • und andere

    haben vor allem einen Zweck:

    Sie sollen es ermöglichen, wertig anmutende Schumuckstücke möglichst billig anzubieten. So können bestimmte Juweliere und Goldschmiede, die nach der „Geíz ist Geil Mentalität” arbeiten, sie leichter verkaufen. Denn sie müssen sich nicht ständig rechtfertigen für: „Das ist aber teuer!”

    Niedrige Legierungen sollen den Preis drücken, ohne Rücksicht auf die damit verbundenen (erheblichen) Qualitätseinbußen. Sie haben keinerleich technische Daseinsberechtigung. Der Leidtragende am Ende ist immer der Kunde, auch wenn er sich anfänglich vom niedrigen Kaufpreis beeindrucken läßt.
     

    Fazit

    333/- Gold und Co. könnt Ihr bekommen, aber nicht bei mir.
     

    Die trauringmanufaktur steht für Qualität und Nachhaltigkeit, für individuelle Eheringe, die Euch ein Leben lang Freude bereiten, sowie für eine unvergleichliche Beratung.
     

    Qualität hat ihren Preis!
    You get what you pay for.

     


    Oberflächen


    Unterschiedliche Oberflächen verändern die Anmutung von Trauringen komplett. Die Oberfläche ist ein scheinbar beiläufiges Detail mit großer Wirkung.

    Einige Oberflächen eignen sich gut in Kombination mit Brillanten, andere eher weniger. Wenn ihr Steine in euren Ringen haben möchtet oder einen Vorsteckring zum Trauring, ist eine dezentere Oberfläche meistens schöner.

    Die optische Wirkung der Oberfläche ist aber nicht alles.
    Wichtig sind auch die Themen Haltbarkeit, Veränderung mit der Zeit und Pflege.


    Hochglanz Poliert

    Diese klassiche Oberfläche von Trauringen hat eine überraschende Eigenschaft:

    Von allen Oberflächen wirkt hochglanz poliert am dunkelsten.


    Strichmatt

    Strichmatt ist der Klassiker unter den Mattierungen.
    Die Strichmatt-Mattierung ist geradlinig.
    Strichmatte Eheringe wirken straigt, etwas technisch, tendenziell konservativ.


    Eismatt

    Die Eismatt-Mattierung wird unregelmäßig aufgetragen.
    Eismatte Eheringe wirken strukturiert und haben von sich aus einen leichten Glanz.


    Seidenmatt

    Die Seidenmatt-Mattierung ist die abgeschwächte Form von Eismatt.
    Sie wirkt sehr matt und gläzt gar nicht.
    Seidenmatte Eheringe wirken fast samtig weich, obwohl sie aus Metall sind.

    Freie Oberflächen

    Die freien Oberflächen, wie z.B. Hammerschlag oder eine grobe Feiloberfläche, sind eine andere Betrachtungsebene. Ich würde sie lieber dem grundlegenden Design eines Ringes zuordnen. Denn auch bei vielen freien Oberfläche, wie z.B. grobem Hammerschlag, stellt sich letzlich die Frage, ob die einzelnen Facetten hochglanz poliert oder mattiert werden sollen.

     


    Eheringe gehämmert

    Ob kräftig und stark oder fein und zierlich, glänzend oder matt...
    Eheringe mit Hammerschlag sind immer etwas Besonderes.


    Grobe Feiloberfläche

    Rough, crazy, eigensinnig, selbstbewusst, strukturiert, chaotisch, wild, frei und definitiv authentisch.

    ... und vergiss nicht, außergewöhnlich zu sein!


    „liquid”

    Freie Oberfläche „liquid”:

    Bei der Oberflächengestaltung sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.


    Strukturiert

    Strukturierte, frei geplante Oberfläche

    Oberflächen verändern sich

    Mit der Zeit verändern sich alle Oberflächen durch Abnutzung, also durch mechanische Belastung.

    Hochglanz polierte Oberflächen werden langsam matter.
    Matte Oberlächen werden immer glänzender.

    Wie schnell das passiert hängt von drei Faktoren ab.

    • Die Härte des Materials:
      Bei Silber wird die Veränderung vielleicht bereits nach Tagen bis Wochen sichtbar,
      bei Gold tendenziell nach Monaten
      und bei Platin und Palladium eher nach Jahren.
       
    • Die Belastung:
      Wenn Ihr Eure Ringe täglich durchgängig tragt, beansprucht ihr sie stärker, als wenn ihr sie regelmäßig abnehmt, z.B. bei der Arbeit.
      Wenn Ihr mit einem Ring am Finger handwerklich arbeitet verlegt, ist die Belastung eine andere als in einem Bürojob.
       
    • Die Oberfläche:
      Ein eismatter Ehering verzeiht viel mehr als ein gesandstrahlter.
      Eine gesandstrahlte Obefläche vermackt bereits bei einem leichten Kontakt mit einer Türklinke.
      Eine grobe Hammerschlagoberfläche oder Feiloberfläche ist extrem robust und haltbar.
       

    Verschiedene Oberflächen auf einem Ring

    Es gibt Trauringe, deren Design im Kern darin besteht, zwei verschiedene Oberflächen als Kontrast nebeneinander zu haben, z.B. eine Seite Hochglanz poliert und die andere Seite seidenmatt. Das sieht schön aus, solange die Ringe neu sind. Nach einiger Zeit werden sich die Bereiche jedoch angleichen. Der matte Bereich wird glänzend, der glänzende Bereich wird matt. Die Besonderheit, die die Oberfläche zuvor ausgemacht hat, ist dann nicht mehr erkennbar.

    Mein Vorschlag:
    Bevorzugt lieber ein haltbares Ringdesign. Verschiedene Oberflächen auf einem Ring sind zu vergänglich für einen Ehering, der regelmäßig getragen wird.
     

    Pflege und Aufarbeitung der Oberfläche

    So wie Euer Auto immer mal einen Ölwechsel benötigt, habt Ihr an Euren Ringen auch länger Freude, wenn Ihr sie ab zu zu etwas pflegt.
    Mattierte Eheringe aus Metall könnt ihr alle paar Woche kurz mit einem Mattierschwämmchen selber nachmattieren. Das hält die Oberfläche schön matt und beseitigt wirksam kleinere Kratzer. Brillanten vertragen das gut und müssen nicht ausgespart werden. Versucht das bitte nicht mit rhodinierten Ringen, auch nicht mit Carbon-Ringen und anderen Steinen als echten Diamanten/Brillanten.

    Polierte Oberflächen hingegen könnt Ihr leider nicht selbst nachpolieren. Deshalb dürft Ihr mit polierten Eheringen nach Bedarf Euren Goldschmied besuchen, der sie Euch hoffentlich gerne reinigt und wieder aufpoliert.

    Alle Eheringe, die von mir angefertigt wurden, arbeite ich gerne jederzeit kostenfrei wieder auf.

    Oberflächen – Fazit

    Die Wahl der richtigen Oberfläche ist von entscheidender Bedeutung.
    Denn sie sollte Euch nicht nur spontan gut gefallen, sondern auch

    • zum gewählten Material passen,
    • zum Ring-Design passen,
    • zu Eurem Balstungs-Profil passen,
    • eine angemessene Haltbarkeit aufweisen.

    Eine qualitfizierte Beratung wird sich auch bei diesem Thema auszahlen.

    Übrigens:
    In der Regel ist es relativ leicht, die Obefläche nachträglich zu verändern.
    Wenn Euch die Oberfläche doch nicht mehr gefällt, können polierte Ringe mattiert werden oder mattierte Ringe poliert werden (geeignetes Material vorausgesetzt).


    Legierungen

    Was ist eine Legierung?

    Eine Legierung ist die Verbindung aus mindenstens einem Metall und einem oder mehreren weiteren Stoffen, die miteinander verschmolzen werden. Der Hauptstoff kann mit anderen Matallen oder Nicht-Matallen legiert (verbunden) sein.

    Die Legierung hat anderere physikalische und chemische Eigenschaften als die Einzelstoffe.

    Beispiel: Schauen wir uns 585/- Weißgold an

    Weissgold besteht zu 585 von 1.000 Gewichts-Teilen aus Feingold und dem Rest, also 415 Teilen, aus anderen Substanzen. Das sind z.B. Palladium, Silber und andere Metalle.
    Die Zahl in der Bezeichnug gibt immer an, wie viele Gewichts-Anteile des Hauptmaterials in 1.000 Teilen enthalten sind. Eins von Tausend nennt man auch 1 Promille (1 ‰) Die 1.000 Teile werden dann immer mit anderen Substanzen aufgefüllt.

    Andere Bezeichnungen für 585/- Gold sind „585er Gold” und „Gold, 14 Karat”.

    Was bedeutet „Karat” bei Gold?

    Karat (Abkürzung C oder kt) ist ein traditionelles / historisches Mass für den Feingehalt einer Goldlegierung.
    Ein Karat ist ein Vierundzwanzigstel (1/24). Die Karat Angabe beschreibt, wie viele Gewichtsanteile Gold von insgesamt 24 Teilen in der Legierung enthalten sind.

    Die in Deutschland gängigen Legierungen sind

    333/- Gold333er Feingehalt8 Karat Gold (8 kt)
    585/- Gold585er Feingehalt14 Karat Gold (14 kt)
    750/- Gold750er Feingehalt18 Karat Gold (18 kt)
    999/- GoldFeingold24 Karat Gold (24 kt)

     

    Nicht verwechseln:
    Das Gewicht von Diamanten wird auch in Karat angegeben.
    1 Karat entspricht genau 0,2 Gramm (1 kt = 0,2 g).
     


    Steinbesatz – Diamanten & Co.

    „Diamonds are a Girl's Best Friend”

    Während die einen das Edelmetall, die Form und die Oberfläche ihrer Eheringe für sich wirken lassen wollen, sind für die anderen funkelnde Steine ein Muss. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch.

    Eine Regel will ich dennoch aufstellen – nur diese eine:
    Eure Eheringe sollen über Jahrzehnte den täglichen Belastungen standhalten können.

    Es gibt einen Unterschied zwischen einem Ehering und einem reinen Schmuckring: Der Schmuckring wird ab und an getragen. Ein Ehering, den ihr jeden Tag tragt, muss deutlich robuster und haltbarer sein.

    Das gilt auch für den Steinbesatz.

    Welche Steine für Eheringe?

    Für Eheringe und Verlobungsringe bieten sich robuste Steine an, die lange halten.

    Die härtesten Steine sind Diamanten. Darum eignen sie sich hervorragend für den Steinbesatz von Eheringen. Der zweithärtesten Steine sind Saphire und Rubine. Saphire gibt es in unterschiedlichsten Farben. Der Saphir ist haltbar genug für die Verwendung in Eheringen.

    Was ist der Unterschied zwischen Brillant und Diamant?

    Ein Brillant („glänzend” oder „strahlend”, aus französisch)ist ein Diamant mit einem Brillantschliff.
    Es gibt verschiedene Brillantschliffe und regional unterschiedliche Vorliegen. Um sich „Brillant” zu nennen, muss ein geschliffener Diamant über mindestens 57 Facetten verfügen.

    Im Volksmund wird oftmals jeder geschliffene Diamant als „Brillant” bezeichnet. Das ist genauso falsch wie die Schreibweise „Brilliant”.

    Farbige Steine in Eheringen

    Man kann für Eheringe auch farbige Steine verwenden. Auch dabei kommt es neben Eurem persönlichen Geschmack wieder auf die Haltbarkeit an. Drei Lösungen kommen in frage, wenn Ihr Euch (haltbare) Eheringe mit farbige Steine wünscht:

    • Farbige Brillanten mit natürlicher Färbung
      kommen sehr selten vor und sind entsprechend teuer.
    • Farbige Brillanten mit künstlicher Färbung
      sind genauso haltbar wie die natürlich gefärbten, aber viel preisgünstiger.
    • Farbige Saphire
      sind meistens tiefblau. Es kommen aber auch viele andere Farben vor, meist mit kräftiger Färbung.

    Mit Abstand am beliebtesten sind auch heute noch farblose Brillanten wegen ihrem zeitlosen Aussehen und ihrem strahlenden Funkeln.

    Wieviel Karat?

    Das Gewicht von Brillanten misst man in Karat (Carat).
    1 Karat entspricht genau 0,2 Gramm.

    Zur Einordnung stellt die folgende Tabelle für Brillanten verschiedene Gewichte (Karat) und deren Durchmesser (mm) gegenüber:

    0,01 Carat – 1,3 mm
    0,02 Carat – 1,7 mm
    0,03 Carat – 1,9 mm
    0,05 Carat – 2,5 mm

    0,11 Carat – 3,0 mm
    0,13 Carat – 3,2 mm
    0,15 Carat – 3,4 mm
    0,17 Carat – 3,6 mm
    0,25 Carat – 4,1 mm

    0,50 Carat – 5,1 mm
    1,00 Carat – 6,5 mm

    Ist der 1-Karäter also doppelt so groß wie ein Halbkaräter (0,5 Karat)?
    Nein – nur doppelt so schwer!

    Lupenrein? Muss nicht sein.

    Wenig bekannt sind die verschiedenen Reinheitsgrade von Brillanten.

    Fast alle Diamanten haben Einschlüsse. Diese haben sich während der Millionen Jahre dauernden Entstehung ergeben. Der Reinheitsgrad beschreibt, wie frei der Diamant von solchen Einschlüssen ist.

    Je reiner ein Diamant, desto seltener, desto teurer ist er.
    Ab einer bestimmten Stufe können Einschlüsse die Schönheit eines Steins sichtbar beeinträchtigen. 

    GradBedeutungBeschreibung
    IFinternally flawlessLupenrein, keine internen Merkmale
    VVSIvery, very small inclusionssehr sehr kleine Einschlüsse, die auch bei 10-facher Vergrößerung extrem schwer erkennbar sind
    VSIvery small inclusionssehr kleine Einschlüsse, die bei 10-facher Vergrößerung nur schwer bis sehr schwer erkennbar sind
    SI1small inclusionsleicht erkennbare kleine Einschlüsse, bei 10-facher Vergrößerung
    SI2small inclusionsdeutlich erkennbare kleine Einschlüsse, bei 10-facher Vergrößerung
    PI1piqué1kleine Einschlüsse, mit bloßem Auge / ohne Vergrößerung gerade noch erkennbar
    PI2piqué2Einschlüsse, mit bloßem Auge / ohne Vergrößerung erkennbar
    PI3pique3Einschlüsse mit bloßem Auge / ohne Vergrößerung leicht erkennbar


    Ich verarbeite gerne Steine im Bereich SI1 / VSI, weil diese ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen:
    Schöne Steine, ohne sichtbare Einschlüsse für einen guten Preis.

    Lupenreine Steine kosten ein Vielfaches davon!
    Und wer hat schon regelmäßig eine 10-fach Lupe zum Betrachten seiner Eheringe dabei?

    Was kosten Brillanten?

    Diese Website zeigt viele Ringe mit „kleineren” Brillanten*. Die meisten liegen im Bereich von 0,005 Carat bis 0,17 Carat. Diese kleinen Steine wirken am besten in Gruppen von 3, 5, 7 oder mehr. Gerne auch gemischt in verschiedenen Größen.

    Kleinere Brillanten* in guter Qualität sind bereits für deutlich unter 100,- EUR zu haben, die Kleinen auch unter 50,- EUR, inklusive Fassen.

    In einer ganz anderen Liga spielt der legendäre 1-Karäter.
    Ein 1 Karat Brillant kostet in guter Qualität schnell zwischen 10.000 EUR und bis zu 20.000 EUR.
    Er hat nur ca. den doppelten Durchmesser von 0,13 Karat, kostet aber locker das 100-fache.

    Überraschung:
    Kleinere Brillanten kosten deutlch weniger, als weithin angenommen.


    *Hinweis: Brillanten nennt man Diamanten mit mindestens 57 Facetten. Bei sehr kleinen Steinen, von denen hier die Rede ist, sind 57 Facetten nicht möglich. Darum geht es hier, genau genommen, um Diamanten mit einem brillantähnlichen Schliff. Der Einfachheit halber sprechen wir dennoch von Briallanten.

    Geeignete Fassarten für Eheringe

    „Fassen” nennt man das Einbauen von Steinen in einen Ring.
    Es gibt verschiedene Techniken zum Fassen von Steinen.

    Für einzelne Steine bietet sich die eingeriebene Fassung an.
    Für eine Steinreihe ist die Verschnittfassung zu bevorzugen, weil dabei alle Steine von umgebenden Matall einzeln sicher gehalten werden.

    Eine Kanalfassung sieht vergleichbar mit einer Verschnittfassung aus. Dabei liegen aber alle Steine der Steineihe in einem gemeinsamen Kanal. Sollte der Kanal oder ein einzelner Stein beschädigt werden, droht der Verlust aller Steine. 

    Vor allem bei Verlobungsringen werden oftmals einzelne größere Steine gefasst.
    Dafür bietet sich eine Zargenfassung an. Sie kann zu einem deutlich sichtbaren Element des Ring-Designs werden oder fast unsichtbar in den Hintergrund treten. Bei der Zargenfassung ist der Stein rundherum von Edelmetall umgeben und wird so äußerst sicher gehalten.

    Bei der beliebten Krappenfassung gibt es einiges zu beachten. Charakteristisch für die Krappenfassung sind sehr schmale Ärmchen, die sog. Krappen. Sie halten den Stein nur punktuell fest. Dadurch soll der Edelstein in seiner Größe und Strahlkraft besonders schön zu Geltung kommen.
    Ringe mit Krappenfassung eignen sich fast nie als Vorsteckring und sind nur bedingt alltagstauglich. Man sollte stets einen Blick darauf haben, ob noch alle Krappen den Stein fest im Griff haben.

    Steinbesatz – Fazit

    • Eure Eheringe solltenüber Jahrzehnte haltbar sein und den täglichen Belastungen standhalten können, so auch der Steinbesatz.
    • Steinbesatz wird meistens mit Brillanten realisiert, das sind Diamanten mit einem speziellen Schliff. Falls Ihr farbige Steine bevorzugt, können auch Saphire die passende Wahl sein.
    • Die Größe der Steine sollte harmonisch zum Trauring oder Verlobungsring passen.
    • Kleine Brillanten kosten oft weniger als gedacht.
    • Lupenrein muss nicht sein. SI1 oder VSI haben ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
    • Die Steinfassung sollte sicher und alltagstauglich sein. Das ist besonders wichtig für Verlobungsringe mit einem großen Brillanten.

    Allergisch auf den Ehering?

    Kann man gegen Gold allergisch sein?

    Gold gilt allgemein als hypoallergen. Das bedeutet, dass es i.d.R. keine allergischen Reaktionen auslösen kann.

    Inzwischen ist bekannt, dass es vereinzelt Ausnahmen geben kann. Das sind aber unglaublich seltene Einzelfälle.

    Wenn Menschen auf Goldschmuck wirklich allergisch reagieren, dann liegt das gewöhnlich nicht am Gold, sondern an den Stoffen, mit denen das Gold legiert wurde, z.B. Nickel (früher verwendet) oder Kupfer (in Rosé- und Rotgold). Diese Stoffe können sehr wohl allergische Reaktionen hervorrufen.

    Je niedriger die Legierung ist, desto mehr Zusätze sind darin enthalten. Um so höher ist das Risiko für eine mögliche allergische Reaktion. In dem Sinne ist 333/- Gold kein Gold, denn es enthält doppelt so viele Zusätze wie Gold selbst. Diese Zusätze können allergische Reaktionen auslösen.

    Kann man auf Platin allergisch reagieren?

    Platin 950/- ist hypoallergen und löst absolut keine allergischen Reaktionen aus.
    Im Schmuckbereich werden als Zusätze Wolfram oder Iridium verwendet:
    - Platin-Wolfram 950/50
    - Platin-Iridium 950/50.

    Weder Wolfram noch Iridium verursachen allergische Reaktionen.

    Ganz anders sieht das bei Platin 600/- aus:
    Die restlichen 400 Gewichtsanteile (bis auf 1.000 Teile gesamt) sind typischerweise Rhenium, Kupfer, Silber und Palladium. Kupfer ist in bekanntes Allergen.

    Ist Palladium gefährlich?

    Palladium 950/- gilt als hypoallergen.
    Das bedeutet, dass es keine allergischen Reaktionen auslöst.

    Auf verschienenen Websites halten sich Gerüchte über die angebliche Gefährlichkeit von Palladium.

    Das beginnt bei „hochgiftig” und endet bei „stark radioaktiv”.

    Sicherlich gibt es giftige Industriechemikalien, an denen auch Palladium beteiligt ist. Diese sind aber hier nicht unser Thema. Denn aus denen werden ganz sicher keine Eheringe gefertigt. Wir sprechen über Schmuck-Legierungen aus Palladium mit Zusätzen von z.B. Silber und Rhodium.

    Um es klar zu sagen:
    Die Palladium-Legierungen, aus denen man Eheringe herstellt, sind nicht giftig, nicht radioaktiv und nicht allergen (kein Kupfer, Nickel oder Kobalt enthalten). Palladium wird im medizinischen Bereich auch verwendet zur Beschichtung von Implantaten, eben weil es so gut verträglich ist.

    Allergien: Silber, Edelstahl, Titan & Co.

    Feinsilber

    Reines Silber gilt als hypoallergen. Es verursacht also keine Kontaktallergien.
    Silberschmuck ist aber nicht aus Feinsilber (viel zu weich), sondern ist in der Regel mit Kupfer legiert, früher auch Nickel. Kupfer und Nickel führen oft zu allergischen Reaktionen.

    Übrigens ist das schnelle Anlaufen von Silberschmuck  kein Anzeichen für eine allergische Reaktion. Die gelbliche oder bräunliche Verfärbung von Silber entsteht durch eine Reaktion des Silberschmucks mit Schwefelverbindungen. Diese sind z.B. in der Luft enthalten, in bestimmten Lebensmitteln, im Hautschweiss und an vielen anderen Orten.
     

    Edelstahl

    Eheringe aus Edelstahl gibt es aus vielen verschiedenen Legierungen, die mehr oder weniger verträglich sind, abhängig von ihrem Nickelanteil. Nickel gilt als starkes Allergen und Nickelallergie ist weit verbreitet.
     

    Tantal

    Eheringe aus Tantal sind allergiefrei. Man fertigt daraus auch Implantate.
     

    Titan

    Eheringe aus Titan sollten nach heutigem Wissen keine allergischen Reaktionen auslösen.
     

    Carbon

    Eheringe aus Carbon werden Allergikern keine Probleme bereiten.
     

    Wolfram

    Eheringe aus Wolframcarbid lösen normalerweise keine allergischen Reaktionen aus.
     

    Andere Hautreaktionen

    Gelegentlich kommt es zu Reaktionen der Haut, die keine Allergien sind, aber zu unrecht für Allergien gehalten werden.

    Besonders bei eng sitzenden Eheringen oder breiten Eheringen können sind Feuchtigkeit, Schweiß und Schmutzpartikel zwischen dem Ring und der Haut ansammeln. Verschiedene Keime lieben den so entstehenden feuchten, warmen Lebensraum. Sie siedeln sich dort an und verursachen entzündliche Prozesse oder andere unschöne Hautreaktionen.

    Wenn Ihr im Bereich der Hand spezielle Medikamente oder Pflegemittel anwendet, sollte Ihr im Beratungsgespräch für Eure Trauringe unbedingt darauf hinweisen.

    Ich erinnere mich an eine Braut, die nach kurzem Trages ihres Eheringes aus Rotgold Probleme hatte: Ihr Ehering hat sich massiv schwarz verfärbt. Letztlich die ganze Hand schwarz. Das hatte ich noch nie erlebt...

    Was war passiert? – Ein Beispiel für ungewöhnliche Wechselwirkungen:

    Rotgold besteht aus Feingold, Silber und Kupfer. Keiner dieser Stoffe kann sich so schwarz verfärben. Also musste irgendein äußerer Einfluss daran beteiligt sein. Letztlich haben wir Zinksalbe als Ursache ausgemacht. Zink aus der Salbe, das Kupfer im Rotgold und ein wenig Flüssigkeit (aus der Salbe). Fertig war eine Galvanische Zelle wie aus dem Lehrbuch: Eine Kupfer-Zink-Batterie am Finger der Braut. Die elektrochemische Reaktion hat das Kupfer aus dem Rotgold herausgelöst. Mit dem Zink aus der Salbe konnte es zu einem schwarzen Produkt reagieren.

    Der Braut ist nichts passiert. Wir haben eine Lösung gefunden. Um solche aussergewöhnlichen Situationen zu vermeiden, empfiehlt es sich, solche Themens möglichst vorher anzusprechen.

     


    Fairtrade Gold – Recycling Gold – Ökogold

    Nachhaltigkeit und Verantwortung

    Die Gewinnung von Diamanten, Gold und anderen Edelmetallen, kann zu höchst problematischen Auswirkungen für Natur und Menschen führen. Ansätze für einen verantwortungsvollen Umgang damit sind zum einen Fairtrade Gold und zum anderen Recycling Gold, z.B. „Ökogold”.

    Recycling Gold

    Während Fairtrade Gold versucht, die Gewinnung von neuem Gold weniger problematisch zu gestalten, bedeutet die Verwendung von Recycling Gold den Verzicht auf den Abbau von neuem Gold.
    Damit entfallen sowohl die zerstörerischen Eingriffe in die Natur, wie auch die Belastung von Menschen in dem Zusammenhang.

    Anstelle dessen wird bereits vorhandenes Gold wieder aufbereitet.
    Ganz hervorragend eigenen sich dazu z.B. Altgold aus Schmuck, Zahngold, beschädigte Münzen, usw.
    Eine immer größere Rolle spielt auch das Recycling von Elektronik-Schrott für die Gewinnung von Recycling-Gold und anderen Rohstoffen.

    Eure Eheringe aus Recycling Gold


    Ich habe mich für das Konzept Recycling-Gold („Ökogold”) entschieden.

    Es wird kein neues Gold, Platin oder Palladium für Eure Eheringe gewonnen. Die trauringmanufaktur verwendet aufbereitetes Edelmetall, das sich bereits im Umlauf befindet.

    Die trauringmanufaktur bezieht ihre Edelmetalle, also Gold, Platin und Palladium, bei Lieferanten mit einer Mitgliedschaft im Responsible Jewellery Council. Das RJC setzt hohe Maßstäbe für verantwortungsbewusste ethische, menschenrechtliche, soziale und ökologische Praktiken für den Handel von Diamanten, Gold- und Platingruppenmetallen (Platin und Palladium).

    Recycling Gold (auch Recycling Platin und Recycling Palladium) haben den gleichen Preis wie herkömmliche Edelmetalle. Es gibt hier keinen Aufpreis, wie bei Fairtrade Gold.

    Viele Lieferanten wählen eigene Handelsnamen für ihr Recycling Gold. Unser Haupt-Lieferant nennt sein Recycling Gold „Ökogold”.

    Unsere Brillanten stammen aus nachhaltigen Quellen.
    Wir beziehen Brillanten ausschliesslich aus Quellen, die zertifizierte Mitglieder der Organisation RJC (Responsible Jewellery Council) sind.

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